Veranstaltungen

Ein amerikanisches Filmteam bei Aufnahmen im Schwurgerichtssaal 1945/46.
© National Archives, College Park, MD, USA

"Der Gerichtssaal als Kulisse"
Die Nürnberger Prozesse im Film

Film- und Veranstaltungsreihe

Die Nürnberger Prozesse wurden in den vergangenen 65 Jahren in vielfacher Weise filmisch verarbeitet. Die cineastische Auseinandersetzung reicht von unmittelbar nach Ende des "Hauptkriegsverbrecherprozesses" entstandenen Aufklärungs- und Erziehungsfilmen der Alliierten über Hollywood-Klassiker mit Starbesetzung bis hin zur Bearbeitung in modernen "Doku-Dramen". Sie alle nähern sich, ebenso wie die unzähligen Dokumentarfilme der letzten sechs Jahrzehnte, der Thematik aus unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Blickwinkeln.

Im Jahr 2012 stellt das Memorium in Kooperation mit dem Mobilen Kino Nürnberg e.V. in acht Einzelveranstaltungen einige dieser Filme vor, erläutert die historischen Bedingungen, unter denen sie entstanden sind und diskutiert ihre gesellschaftliche Wirkung.

Logo Kooperationspartner Mobiles Kino Nürnberg e.V.

Allgemeine Informationen

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Kostenlose Platzkarten sind frühestens vier Wochen vor Veranstaltungstermin an der Kasse des Memoriums erhältlich oder können unter der Telefonnummer +49 911 321 - 79372 reserviert werden. Reservierte Karten müssen spätestens 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn abgeholt werden.

Alle Veranstaltungen finden im Schwurgerichtssaal statt. Bitte beachten Sie, dass sich im Zuschauerbereich des Saales lediglich einfach Holzbänke befinden. Bei besonders langen Filmen empfehlen wir daher das Mitbringen eines Sitzkissens.

Das Programm dieser Veranstaltungsreihe können Sie auch als PDF-Datei herunterladen.
Programm "Der Gerichtssaal als Kulisse". Die Nürnberger Prozesse im Film (571 KB)

 

 

Die Angeklagten des "Hauptkriegsverbrecherprozesses" auf der Angeklagebank im Schwurgerichtssaal. Foto: Szenenbild

Nicht schuldig? - The Memory of Justice, Teil 1

Regie: Marcel Ophüls
USA/BRD(/GB), 19673-76
141 Min

Sonntag, 10. Juni 2012, 18.30 Uhr

Film mit Gespräch

Marcel Ophüls' Dokumentation "Nicht schuldig?" zählt sicherlich zu den komplexesten filmischen Auseinandersetzungen mit der Frage nach politischer Verantwortung und historischer Gerechtigkeit. Während Teil 2 seiner fast fünfstündigen Produktion zeitlich und räumlich weit über die Beschäftigung mit den nationalsozialistischen Verbrechen hinausgeht, konzentriert sich Teil 1 auf die Nürnberger Prozesse. Ophüls befragte Angeklagte, Ankläger, Verteidiger und Zeitzeugen gleichermaßen. Ihre Antworten wurden zu einer Bestandsaufnahme des Umgangs der Deutschen mit ihrer Vergangenheit - zwanzig Jahre nach dem Ende des Krieges.

Vor der Filmvorführung findet voraussichtlich ein Gespräch mit dem Regisseur statt.

Moderation: Dr. Eckart Dietzfelbinger, Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

 

 

Der Schauspieler Alec Baldwin (links) als am amerikanischer Chefankläger Robert H. Jackson.

Im Namen der Menschlichkeit

Regie: Yves Simoneau
USA/Kanada, 2000
179 Min

Sonntag, 9. September 2012, 18.30 Uhr

Film mit Einführung

Die dreistündige Fernsehproduktion über den Nürnberger "Hauptkriegsverbrecherprozess" ist mit Schauspielern wie Alec Baldwin und Christopher Plummer durchaus prominent besetzt. Basierend auf dem Buch "Infamy on Trial" des amerikanischen Autors Joseph E. Persico entwickelt sich die Geschichte des Films rund um den amerikanischen Chefankläger Robert H. Jackson. Während sich der Hauptstrang der Handlung weitgehend an den historischen Ereignissen in Nürnberg orientiert, folgt der Film außerhalb des Gerichtssaals zuweilen recht deutlich den Anforderungen einen Filmdramas. Dies äußert sich u.a. im Hinzufügen fiktiver Personen.

Referent: Herbert Heinzelmann, Journalist und Filmkritiker, Nürnberg

 

 

Albert Speer im Zeugenstand während des "Hauptkriegsverbrecherprozesses" in Nürnberg, 1945/46.

Speer und Er, Teil 2 "Der Prozess"

Regie: Heinrich Breloer
Deutschland, 2005
90 Min

Sonntag, 14. Oktober 2012, 18.30 Uhr

Film mit Einführung

Das dreiteilige Doku-Drama "Speer und Er" kombiniert historisches Filmmaterial mit nachgestellten Szenen. Im den Mittelpunkt seiner Fernseh-Produktion stellte der Regisseur Heinrich Breloer den wohl umstrittensten Angeklagten im Nürnberger "Hauptkriegsverbrecherprozess": den Architekten und NS-Rüstungsminister Albert Speer.
Der zweite Teil "Der Prozess" beschäftigt sich mit Speers Auftreten vor Gericht und entwirft ein differenziertes Bild des Künstlers, Technokraten und Kriegsverbrechers Speer, dem es gelang, im Verlauf des Prozesses das Selbstbild des fehlgeleiteten Idealisten und "Gentleman-Nazis" zu etablieren.

Referent: Dr. Eckart Dietzfelbinger, Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

 

 

Titelbild der unter Pseudonym verfassten Veröffentlichung zum "Hauptkriegsverbrecherprozess" des deutschen Schriftstellers Alfred Döblin.

Dokumentation oder Doktrin? Das Geschichtsbild der Nürnberger Prozesse im Film

Sonntag, 11. November 2012, 18.30 Uhr

Podiumsgespräch

Gerade Dokumentarfilme erwecken den Eindruck einer objektiven Informationsvermittlung. Dennoch unterliegen sie ebenso wie fiktionalisierte Darstellungen inszenatorischen Grundsätzen. Michael Kloft, selbst Autor mehrerer Dokumentarfilme zu den Nürnberger Prozessen, der Historiker und Politologie Prof. Peter Steinbach sowie der Filmkritiker Rüdiger Suchsland gehen in diesem Gespräch der Frage nach, ob und wie Filme in den vergangenen 65 Jahren unser Geschichtsbild der Nürnberger Prozesse beeinflusst haben welchen gesellschaftspolitischen Wandlungen sie unterliegen.

Michael Kloft, Filmemacher, Programmdirektor von Spiegel-TV Geschichte, Hamburg (angefragt)
Prof. Dr. Peter Steinbach, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Mannheim
Rüdiger Suchsland, Filmwissenschaftler und -kritiker, Berlin (angefragt)
Moderation: Andrea Kuhn, Direktorin des Nuremberg International Human Rights Film Festival (NIHRF)

Veranstaltungen und Ausstellungen zum Themenkomplex "Nationalsozialismus" finden auch im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände statt.
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände